Gartenzaun bauen – was beim Zaunbau zu beachten ist.

Wer einen Zaun baut, hat die Qual der Wahl, denn die Möglichkeiten sein Grundstück einzufrieden sind heute vielfältiger denn je. Verschiedenste Materialien und Formen lassen individuelle Lösungen zu. Doch einfach drauf los bauen wäre eine schlechte Idee – denn es gilt einige Regeln und bauliche Vorschriften zu beachten.

Die Hauptfunktion eines Zaunes ist, sein Grundstück nach außen hin abzugrenzen. Doch auch der Sichtschutz spielt eine wichtige Rolle – insbesondere bei zu neugierigen Nachbarn.

Es ist ein Urbedürfnis, das Eigene zu beschützen und vom Fremden abzugrenzen. Als die Menschen vor Jahrtausenden begannen sesshaft zu werden, kamen die ersten Ideen zu Zäunen auf. Die Hauptfunktion von damals, nämlich der Schutz und die Abgrenzung des Eigenen, ist heute noch gültig. So ein Zaun ist nicht nur zum Schutz vor Einbrechern gut, manchmal dient er einfach auch zur Abschottung vor zu neugierigen Nachbarn. Andere nutzen den Zaun als repräsentatives Beiwerk zu ihrem Haus.

Auch wenn die Gründe für einen Zaun seit Jahrtausenden die gleichen sind, optisch können die Einfriedungen sehr unterschiedlich ausfallen. Zahlreiche Materialien und Zaunsysteme machen eine individuelle Lösung möglich. Doch wer einen Zaun bauen möchte, muss nicht nur die Frage der Optik und des Preises für sich entscheiden, sondern sich an Regeln und Gesetze halten.

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Wer sein Grundstück einzäunen will, muss eine Menge Entscheidungen treffen – denn Zäune gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Materialien. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. Auch der Pflegeaufwand unterscheidet sich je nach Material stark. In der Regel werden Zäune aus folgenden Werkstoffen hergestellt:

Holz – Hobellattenzaun und Staketenzaun

Gartenzaun

Holz ist das traditionellste Material, um einen Zaun zu bauen und damit der Klassiker unter den Gartenzäunen. Unterschiedliche Hölzer und variable Zaunsysteme lassen individuelle Holzzäune zu. Hinzu kommt, dass es sich hierbei um einen nachwachsenden Rohstoff handelt und dadurch ausgesprochen umweltfreundlich ist. Beliebte Hölzer für Einfriedungen sind beispielsweise Douglasie oder Lärche. Beide sind im Vergleich zu anderen Nadelhölzern außerordentlich robust und zeichnen sich durch eine hohe Beständigkeit und Härte aus. Für natürliche Sichtschutzmatten eignen sich Weidenzweige sehr gut. Sie sind besonders als Terrassensichtschutz beliebt. In Europa vergleichsweise noch recht neu, hat sich der Bambuszaun etabliert. Bambus wächst schnell und ist damit sehr nachhaltig. Zudem ist das Holz aus Asien sehr hart und robust.

Wer sich für einen Holzzaun entscheidet, sollte sich darüber klar sein, dass Holz arbeitet. Je nach Feuchtigkeit quillt und schwindet es – vergleichbar mit einem Schwamm. Je stärker das Holz arbeitet, desto wahrscheinlicher sind Spannungen, Verformungen und Risse im Material. Das kann nie komplett verhindert werden. Aber durch verschiedene Maßnahmen ist es möglich, das Arbeiten des Holzes zumindest stark einzudämmen: Wärmebehandlungen oder eine chemische Holzmodifikation können das Quellen und Schwinden stark reduzieren. Eine weitere Möglichkeit, das Holz vor eintretendem Wasser zu schützen, ist, es zu imprägnieren und damit wetterfest zu machen.

Danach kann es in allen möglichen Farben gestrichen werden. Wer die Maserung des Holzes sichtbar halten will, sollte sich für eine Lasur entscheiden. Auch die gibt es in den unterschiedlichsten Farbtönen. Damit der Zaun lange Freude bereitet, muss der Anstrich von Zeit zu Zeit erneuert werden. Wie oft das nötig ist, hängt zum einen von der Qualität der Farbe ab und zum anderen von der Art des Holzes. Denn das Aufnahmeverhalten der verschiedenen Hölzer variiert stark und dadurch schwankt die Aufnahme von Farbpigmenten. Selbst hochwertige Lasuren können daher keine vollständig gleichmäßige Einfärbung garantieren. Durch mehrere Anstriche kann das Ergebnis aber ausgebessert werden. Außerdem verhindert der Anstrich das Eindringen von Schädlingen in das Holz.

Die unterschiedliche natürliche Farbgebung und die Struktur der einzelnen Hölzer können als Vor- und Nachteil gesehen werden. Äste und Maserungen gehören zum natürlichen Erscheinungsbild des Holzes und können selbst innerhalb einer Baumsorte sehr unterschiedlich ausfallen. Ob das nun gefällt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ebenfalls natürlich, aber in der Regel unerwünscht, sind Harzaustritte, die immer wieder auftreten können. Doch mithilfe eines Lösungsmittels, beispielsweise Terpentin, lassen sich die störenden Flecken entfernen.

Metallzäune – passend zur modernen Gartengestaltung

Metallzäune überzeugen oft durch ihre schlichte Eleganz. Sie können aber auch sehr raffiniert gearbeitet sein.

Metallzäune haben mitunter den Ruf, nicht besonders hübsch auszusehen. Dabei sind sie nicht nur wesentlich robuster als ein Holzzaun, sie bestechen oftmals mit einer modernen und zeitlosen Eleganz. Mit Metall – eingesetzt werden vor allem Schmiedeeisen, Stahl oder Aluminium – kann viel gemacht werden. So können die Metalle gedreht, geschwungen oder zu Ornamenten gebogen werden. Dadurch eröffnen sich viele Designmöglichkeiten.

Außerdem sind Metallzäune in der Regel wesentlich pflegeleichter als andere Zaunsysteme, zumindest wenn sie veredelt sind. Unbehandelte Metallzäune fangen ansonsten irgendwann zu rosten an. Je nach Ausgangsmaterial kann das Metall unterschiedlich veredelt werden. Aluminium beispielsweise bekommt meist eine Kunststoffbeschichtung verpasst. Stahl wird zusätzlich noch feuerverzinkt. Ob nun kunststoffbeschichtet oder verzinkt – beides macht das Metall darunter wetterbeständiger.

Lattenzaun – eher etwas für die naturnahe Gartengestaltung

Zaunbau

Staketenzäune sind die wohl ursprünglichste Form der Lattenzäune. Fast verschwunden, sind sie heute wieder öfter in Deutschland zu sehen. Foto: DoraZett/fotolia.com

Der Lattenzaun – auch Bretterzaun genannt – ist wahrscheinlich die einfachste Form einer Einfriedung. Dabei werden an den Zaunpfosten zwei oder drei Querverbindungen angebracht, an die dann im gewünschten gleichmäßigen Abstand die Holz- oder Kunststofflatten angenagelt oder angeschraubt werden. Ob die Latten dabei halbrund oder flach sind, kann der Besitzer je nach Geschmack entscheiden.

Eine weitere Variante ist der Staketenzaun. Das ist eine ältere Form des Lattenzauns, die heute wieder vermehrt in Deutschland zu finden ist. Dabei werden dünne Äste mit Draht verbunden und an den Pfosten befestigt. Diese flexible Form macht das Zaunfeld rollbar und passend für jedes Gelände. Der Staketenzaun wirkt sehr natürlich, da die Holzstreben nicht gleichmäßig sind, sondern so, wie der Ast gewachsen ist. Traditionell wird Ess- oder Edelkastanie verwendet.

Maschendrahtzaun – die klassische Lösung für das eigene Grundstück

Der Maschendrahtzaun gehört zu den günstigsten Lösungen für eine Einfriedung.

Der Maschendrahtzaun erlangte Ende der 90er Jahre eine neue Welle der Berühmtheit. Und alles nur, weil Stefan Raab die Aussprache von Maschendrahtzaun einer sächsischen Hausfrau urkomisch fand und daraus ein Lied bastelte. Doch so ein Maschendrahtzaun ist nicht nur unterhaltend, sondern auch praktisch. Das Maschengeflecht aus dem meist feuerverzinkten und kunststoffummantelten Metalldraht wirkt oftmals eher funktional als schick, kann aber durch Kletterpflanzen begrünt werden. Dann bietet der Maschendrahtzaun auch mehr Sicht- und Windschutz als ohne. Wird der Maschendrahtzaun so belassen, wie er ist, fügt er sich recht unauffällig in die Umgebung ein. Die Maschengröße des Drahtgeflechts reicht von fein- bis grobmaschig. Dadurch sind sie vielseitig einsetzbar.

Stabgitterzäune – schöne moderne Gärten durch den richtigen Zaun

Garten

Stabmattenzäune gibt es in zwei Varianten: Einmal als Einstabmattenzaun oder die etwas stabilere Variante des Doppelstabmattenzauns.

Stabmattenzäune bestehen in der Regel aus Metall. Es gibt sie in den Varianten Einstabmattenzaun und Doppelstabmattenzaun. Generell bestehen Stabmatten immer aus vertikalen und horizontalen Stäben, die miteinander verschweißt sind. Daraus ergibt sich ein stabiles Gitter. Der Unterschied zwischen Einstabmatten und Doppelstabmatten ist die Anzahl der Stäbe. Wie die Namen vermuten lassen, werden bei Einstabmatten immer einzelne waagerechte und senkrechte Stäbe verschweißt. Bei Doppelstabmatten sind es hingegen immer zwei waagerechte Stäbe. Dadurch wird die Verbindung noch stabiler und ein Rahmen, wie er bei Einstabmatten notwendig ist, wird unnötig.

Die etwas geringere Stabilität der Einstabmatten kann aber durchaus von Vorteil und erwünscht sein. Wenn Druck ausgeübt wird, schwingen sie nach – das macht zum einen das Überklettern schwieriger und zum anderen springen Hunde nicht so häufig gegen den Zaun, weil sie die Schwingungen nicht mögen.

Stabmattenzäune sind aus verzinktem Stahl, der mit einer Kunststoffhülle vor Korrosion geschützt wird. Durch diese Beschichtung sind die Zäune in allen möglichen Farben erhältlich. Meist sieht man sie in grün, anthrazit oder silbern. Außerdem gelten Stabmattenzäune als äußerst pflegeleicht, da eine gelegentliche Reinigung ausreicht.

 

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Gabionen – imposanter Sichtschutz aus Steinen

Eine Gabione ist eine Sonderform der Stabmattenzäune, bei der die einzelnen Zaunfelder zu einem Käfig verschweißt und mit Steinen aufgefüllt werden. Foto: ThomBal/fotolia.com

Gabionen sind eine Erweiterung zum gebräuchlichen Stabmattenzaun. Für eine Gabione werden Stabmatten zu einem Käfig zusammengeschweißt. Diese Körbe können dann mit Steinen befüllt oder mit Pflanzen begrünt werden. Letztlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten, die Gabione zu gestalten. Mit verschiedenen Steinen werden unterschiedliche Optiken erreicht. Ebenso können, mit ein wenig Geschick, Muster gelegt werden. Neben dem ansprechenden Design überzeugt die Gabione mit ihrer Funktionalität. Sie kann nicht nur als Sichtschutz dienen, sondern auch als Stützwand oder Abfangelement an Hängen.

Preislich kommt es stark auf die gewünschte Befüllung an. Je nach Länge können die Kosten schnell einen vierstellen Betrag erreichen. Der Korb ohne die Füllung liegt je nach Höhe im unteren dreistelligen Bereich.

Wer sich nicht auf ein Material beziehungsweise eine Zaunart beschränken will, kann je nach Geschmack auch kombinieren – wie zum Beispiel ein Sichtschutzzaun, kombiniert mit immergrünen Heckenpflanzen.

Bei Mixzäunen werden verschiedene Werkstoffe miteinander kombiniert. So können Zaunfelder aus Holz oder Metall beispielsweise immer wieder durch eine Hecke unterbrochen werden. Auch eine Gabione kann bei einem Mixzaun eingesetzt werden. Bei dem Mix verschiedener Materialien können Sie kreativ werden und eine individuelle Lösung für Ihr Grundstück finden.

Hecken – lebendiger Sichtschutz für den Garten

Es gibt auch einen „lebenden Sichtschutz“, nämlich Hecken. Sie können hier auf klassische Heckenpflanzen wie z. B. Rot- oder Hainbuchen zurückgreifen. Auch immergrüne Pflanzen, die auch im Winter den benötigten Sichtschutz bringen, sind möglich. Hier bieten sich beispielsweise Hecken aus Kirschlorbeer oder Liguster an.

Eine schöne Lösung ist die Feldhecke. Hier werden verschieden heimische Sträucher, meist versetzt, nebeneinander gepflanzt. Die Pflanzen werden so gewählt, dass Sie immer zu unterschiedlichen Zeiten blühen. So haben Sie das ganze Jahr über etwas zum Genießen.

Als Blühsträucher bieten sich Forsythie, Schneeball, Weigelien und Bauernjasmin an. Diese werden regelmäßig zurückgeschnitten. Dies sorgt für eine reichliche Blüte, worüber sich Bienen und andere Insekten freuen.

 

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